Nervkram: Vom guten Umgang mit „schlechten“ Gefühlen

Hier geht es um die Seite unseres Seelenlebens, die uns schon mal Mühe bereitet. Um Ärger und Wut, Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit, Angst und Sorge, Stress und Hektik. Um „Nervkram“ eben, wie man bei uns in Südwestfalen etwas salopp dazu sagt.

Besonders Christen neigen bei diesen Gefühlen zu einem schlechten Gewissen. Weil sie einmal gelernt haben, das Christen keine Angst haben müssen (oder gar nicht dürfen!). Und weil sie Wut und Ärger in einen Konflikt mit dem christlichen Liebesgebot bringen. Deswegen sind Angst und Wut und Stress „schlechte“ Gefühle, die uns irgendwie schuldig machen. Und die wir doch nicht los werden.

Aber Gefühle haben eine Botschaft. Wie die körperlichen Gefühle Hunger, Durst, Schmerz, Müdigkeit usw. wollen sie uns zeigen, dass uns etwas Wesentliches fehlt. Und sie wollen uns damit zum Handeln bringen. Deswegen gibt es keine „schlechten“ Gefühle. Es gibt aber einen „schlechten“ Umgang mit diesen Gefühlen. Und eben einen guten Umgang. Und den kann man lernen. Zum Beispiel in diesem Seminar.

In den Themeneinheiten geht es erst einmal um den guten Umgang mit den „großen Drei“, die uns alle beschäftigen: Wut, Angst, Verlust. Je nach zeitlichem Rahmen sprechen wir darüber hinaus auch über Gefühle, die den Teilnehmern auf dem Herzen liegen.

Durchführbar ist dieses Seminar an mehreren Abenden oder an einem Wochenende. Inhaltlich geht es um fünf Schwerpunkte:

1. Gefühle haben eine Botschaft

Gefühle haben eine Botschaft. Bei den körperlichen Gefühlen ist uns das klar. Wenn wir Hunger haben, essen wir etwas. Wenn wir Durst haben, trinken wir. Wenn wir frieren, greifen wir zum Pullover.

Mit den seelischen Gefühlen ist das ganz ähnlich. Sie wollen uns zeigen, dass uns etwas Wesentliches fehlt und uns zum Handeln bringen. Deswegen gibt es keine „schlechten“ Gefühle. Aber es gibt einen schlechten Umgang mit diesen Gefühlen.

Wir erarbeiten mit der Gruppe, welche Gefühle in den kommenden Einheiten besprochen werden sollen. Meistens sind es die „großen Drei“: Angst, Wut und Trauer/Verlust.

2. Umgang mit Wut, Angst und Trauer/Verlust

Wir erarbeiten die Gefühle nach einem gleichbleibenden Schema. Beim Gefühl „Wut“ würde das so aussehen:

  • Wie fühlt sich Wut an?
  • Was würden wir am liebsten tun, wenn wir wütend sind?
  • Welche hilfreichen Strategien gibt es zum Umgang mit der Wut?
  • Was sagt die Bibel zu diesem Gefühl?
  • Welche Handlungs-Botschaft gehört zur Wut?
  • Welchen „Schatten“ (negative Seite) hat die Wut?

Nach diesem Frageraster erarbeiten wir auch alle anderen Gefühle, die von den Teilnehmer ausgewählt worden sind.

3. Die Grundüberzeugungen meines Lebens

Gefühle entstehen durch unsere Bewertung eines auslösenden Ereignisses. Weil wir unterschiedliche Bewertungen haben, reagieren wir auf die gleichen Ereignisse sehr unterschiedlich.

Während wir die Lebensumstände meist nicht ändern können, können wir unsere Bewertungen (Einstellungen, Ansichten) zumindest überprüfen. Vielleicht sogar ändern. Wir fragen:

  • Welche Bewertungen bestimmen mein Leben?
  • Welche davon möchte ich in Zukunft ändern?
  • hilfreich: Welcher Gedanke schießt mir in den kritischen Situationen zuerst durch den Kopf?

4. Wahrnehmungsübungen

Unser Verhalten läuft meist eingespielt und routiniert ab. Um die eigenen Gefühle und Gedanken wahrnehmen zu können, braucht es Übung. Deswegen erproben wir einfache Achtsamkeits- und Wahrnehmungsübungen.

5. Geistlicher Rahmen

Das Seminar findet sehr bewusst in einem geistlichen Rahmen statt. Je nach Setting kann es mit einem Gottesdienst enden.

6. Termine

Das Seminar findet im Jahr 2023 an folgenden Terminen statt:

in Süddeutschland:

16.3. – 19.03.2023 (Do. – So.) im Rahmen des Single-Netzwerks Solo&Co im Monbachtal bei Bad Liebenzell.

(www.soloundco.net/veranstaltungen/detail/event/guter-umgang-mit-schlechten-gefuehlen-1)

in Norddeutschland:

01.09. – 03.09. im Rahmen von „Team F – neues Leben für Familien“ im Ev. Bildungszentrum Hermannsburg/Lüneburger Heide

(www.team-f.de/de/seminare__36/?evtDetail=5086)

in der Mitte:

27.10.-29.10.2023 im „Haus der Stille“ der Ev. Kirche im Rheinland, Rengsdorf (www.haus-der-stille.ekir.de)